Recht & Versicherung
Warum der SBF-See für die Yachtcharter oft nicht reicht
Auf dem Papier ist der Sportbootführerschein See ein Führerschein für Küstengewässer. In der Charterpraxis ist er häufig nicht das, was der Vercharterer sehen will.
Der Sportbootführerschein See ist eine reine Ausbildung unter Antriebsmaschine — so ist es auch auf der Karte vermerkt. Wer damit eine Segelyacht chartern will, stößt regelmäßig auf eine Rückfrage: Wo ist der Nachweis, dass Sie auch unter Segel ausgebildet sind?
Was der SKS zusätzlich belegt
Der Sportküstenschifferschein ist der amtliche Führerschein zum Führen von Yachten mit Antriebsmaschine und unter Segel in Küstengewässern, also auf allen Meeren bis 12 Seemeilen Abstand von der Festlandküste. Für die Zulassung sind 300 Seemeilen in der jeweiligen Antriebsart nachzuweisen. Damit liegt eine fundierte Grundausbildung vor, und genau das ist das Argument, das beim Vercharterer zählt.
Der Punkt, an dem es unangenehm wird
Im Schadensfall prüfen die Versicherer des Vercharterers die Eignung des Charterers — mit dem Ziel, Fahrlässigkeit oder grobe Fahrlässigkeit festzustellen. Sind sie damit erfolgreich, ist der Schaden nicht auf die Kaution begrenzt. Rechtsstreitigkeiten enden nicht selten in Vergleichen mit enormen Kosten, und ein Gerichtsstand im Ausland macht die Sache nicht einfacher.
Der Skipper trägt an Bord eine besondere Verantwortung. Bei grober Fahrlässigkeit oder Regelverstößen kann er persönlich haftbar gemacht werden — auch dann, wenn eine Versicherung besteht. Das ist der eigentliche Grund, warum wir für die Yachtcharter zum SKS raten.
Dieser Beitrag gibt unsere Erfahrung aus der Ausbildungspraxis wieder und ist keine Rechtsberatung. Für die Beurteilung eines konkreten Falls wenden Sie sich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.
Schlagwörter: SKS · SBF-See · Charter · Versicherung
Vom Lesen zum Segeln
Der Weg zum Sportküstenschifferschein führt über einen Praxistörn mit Prüfung — sieben oder elf Tage, je nach Meilenstand.