Prüfungswissen
Gezeitenberechnung: ATT oder Reeds?
Zwei Systeme, dasselbe Ziel. Warum wir auf den Weiterbildungstörns beides rechnen — und wann welches System das bessere ist.
Auf den Weiterbildungs- und Skippertrainingstörns gehört die Gezeitenberechnung zum Standardprogramm. Wir rechnen dabei bewusst nach zwei Systemen: nach den deutschen Gezeitentafeln ATT und nach den britischen Reeds.
Warum zwei Systeme
Das britische System ist weltweit verfügbar. Wer es beherrscht, kann in jedem Gezeitenrevier arbeiten, ohne auf eine deutschsprachige Tafel zu warten. Das macht es zur guten Vorbereitung für den SSS oder den Royal Yachtmaster.
Wo sich das auszahlt
- Bretagne: In Saint-Malo sind 11 Meter Tidenhub in sechs Stunden keine Seltenheit.
- Solent: Strömungen von teilweise 5 Knoten in den Flusshäfen.
- Kanal und Themse: Die Ansteuerung lässt sich nur punktgenau planen.
Die Gezeiten laufen nicht nur gegen einen. Bei richtigem Timing läuft der Strom mit, und dann sind sehr große Geschwindigkeiten über Grund möglich. Genau darum geht es beim Rechnen: nicht ums Ausrechnen, sondern ums Planen.
Zum Programm gehören außerdem Stromberechnung für die gesamte Reise, Passage Planning, das Ermitteln des Steuerkurses, Nachttörns und Fahren bei verminderter Sicht. Wie viel davon auf einem Törn tatsächlich dran ist, hängt von Wetter und den Skills der Crew ab.
Schlagwörter: Gezeiten · Navigation · Weiterbildung · Passage Planning
Vom Lesen zum Segeln
Der Weg zum Sportküstenschifferschein führt über einen Praxistörn mit Prüfung — sieben oder elf Tage, je nach Meilenstand.